17.04.12

Vom Klärteich zum Grünen Gewerbepark

Erlengrund voll vermarktet

Ja, es hat sich viel getan im Ruhrgebiet, der Strukturwandel ist bis heute live zu erleben. Der Grüne Gewerbepark im Erlengrund im Oberhausener Norden ist dafür ein gutes Beispiel.

Das ursprünglich der Emschergenossenschaft gehörende Gelände an der Erlenstraße war als Klärteich Bestandteil der ehemaligen Kläranlage Handbach. Vor der Baureifmachung und Erschließung dieses Geländes wurde es größtenteils intensiv als Grabeland (Kleingärten) und in Restbeständen als Ackerfläche genutzt.

Soweit zur Historie dieser Fläche – heute ist es ein feines Gewerbegebiet, in dem 27 Firmen ihren Sitz haben und von dem aus Geschäfte in die ganze Welt getätigt werden.

Unter der Leitung eines Planungsbüros aus Münster wurde im Jahr 2000 mit allen Beteiligten (Planungsverwaltung, Grundstückseigentümer, Bürgerinitiative „pro Weierheide“) ein abgestimmtes Plankonzept erarbeitet, das neben dem Hauptziel eines „Grünen Gewerbeparks“ auch den ökonomischen und ökologischen Belangen Rechnung tragen sollte.

Mit der Vermarktung der Fläche wurde die Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH – ENO (die Wirtschaftsförderung der Stadt) von der BETREM, einem Tochterunternehmen der Emschergenossen-schaft, beauftragt. Sie sollte Firmen ansprechen, das Gelände vorstellen und die Gespräche bis zum Verkauf führen.

Aufgrund der begrenzten Größe der einzelnen Gewerbeflächen wurde schon im Planungsstadium sicher gestellt, dass nur gewerbliche Nutzungen erfolgen können, die sowohl mit der Umgebung als auch im Gebiet selbst verträglich sind. Diese Vorgaben haben sich bewährt. Denn das Gebiet ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur seine verkehrsgünstige Lage – einen Steinwurf vom Autobahnanschluss Holten entfernt – sondern auch seine verkehrstechnische Erschließung in Form eines Ringsystems als Einbahnstraße sticht hervor. Damit wurde dem Gedanken der Minimierung von Erschließungsflächen Rechnung getragen, die zudem eine Maßnahme im Sinne des flächensparenden und ökologischen Bauens darstellt. Ein weiterer Effekt der Straßenführung: Jedes Unternehmen liegt quasi in einer 1a Lage. Für viele Unternehmen waren das wichtige Gründe, sich genau für diesen Standort zu entscheiden.

Der Erlengrund hat auch ökologisch noch ein Bonbon zu bieten: Drei großzügig angelegte, rund 10 Meter breite offene Mulden queren als Grünzüge das Gewerbegebiet und nehmen gleichzeitig das auf den Grundstücken anfallende Niederschlagswasser zur Versickerung auf. Sauberes Regenwasser belastet künftig also nicht mehr die Abwasserkanäle, wo es ohnehin nicht hingehört.

Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft und ehemaliger Eigentümer der Fläche, ist sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis. „Hier ist in den letzten Jahren etwas entstanden, das hervorragend auch zum Konzept des Emscher-Umbaus passt und den Wirtschaftsstandort Oberhausen um einen weiteren Baustein aufwertet. Man muss sich einfach nur ansehen, wie viel Mühe sich die Unternehmen bei der Architektur ihrer Firmengebäude gegeben haben. Sie stehen zu diesem Standort und sie möchten das auch ganz klar nach außen zeigen“.

Klaus Wehling hat als Oberbürgermeister in den vergangenen Jahren immer wieder gerne die Unternehmen im Erlengrund besucht, da ihm der persönliche Austausch mit den Geschäftsführern und Mitarbeitern vor Ort ein besonderes Anliegen ist. „Ich erfahre so aus erster Hand, was die Unternehmen bewegt und in welchen Märkten sie mit welchen Produkten und Dienstleistungen tätig sind. Dieser Austausch ist immer wieder spannend und gibt mir Impulse für meine Arbeit“.

„Der Erlengrund zeichnet sich dadurch aus, dass hier fast alle Firmen mittelständisch und inhabergeführt sind und so seitens der Unternehmen auch eine enge Verbindung mit Oberhausen gewünscht ist. Im Erlengrund kennt man sich untereinander, man ist vernetzt und kooperiert, wo immer es möglich ist“, so Frank Lichtenheld, Geschäftsführer der WFO. „Eines möchte ich an dieser Stelle noch besonders hervorheben. Die gute Vermarktung dieser attraktiven Flächen ist das Ergebnis einer außerordentlich guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Grundstückseigentümerin BETREM Emscherbrennstoffe GmbH, die stets von dem Willen geprägt war, in diesem Projekt beste Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Dafür sagen wir herzlichen Dank.“

Dagmar Dörtelmann, Geschäftsführerin der BETREM, fügt hinzu: „Wenn wir noch ein solches Grundstück hätten, würden wir so ein Projekt gerne nochmals gemeinsam mit den Oberhausenern realisieren. Das war für alle Beteiligten eine tolle Sache, mit einem sehr guten Ergebnis.“

Zahlen, Daten, Fakten

  • Die Größe des gesamten Areals beträgt ca. 140.000 qm
  • Die Hälfte davon, also rd. 70.000 qm, stand für Betriebsansiedlungen zur Verfügung. Die andere Hälfte wurde als Verkehrs- und Grünfläche im inneren und äußeren Bereich angelegt
  • 2001: Beginn der Sanierungsarbeiten
  • Schaffung des notwendigen Planungsrechts (Rechtskraft): 25.7.2002
  • Abschluss der Baureifmachungsarbeiten: Ende 2002
  • Vermarktungsbeginn: 2003
  • Stand April 2012: komplett vermarktet (70.000 qm)
  • Mit insgesamt 27 Unternehmen wurden 37 Grundstückskaufverträge geschlossen.
  • Das Investitionsvolumen kann nur geschätzt werden, dürfte aber weit über 50 Mio. EURO liegen
  • Die in diesem Bereich erzielten Umsätze erreichen einen Betrag von mehr als 80 Mio. EUR jährlich
  • Die Anzahl der hier entstandenen Arbeitsplätze liegt bei rd. 450
  • Von den genannten 27 Unternehmen hatten zehn (= 37 %) ihren Sitz zuvor nicht in Oberhausen, sondern in Dinslaken, Mülheim an der Ruhr, Bottrop, Marl, Herten, Düsseldorf. Die Anzahl der bei diesen Firmen vorhandenen Arbeitsplätze liegt bei rund 150

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